Dämpfung von Schallwellen
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Schallwellen, die sich durch die Atmosphäre ausbreiten, verlieren zunehmend an Intensität, d.h. ihre Schalldruckamplitude nimmt ab. 

Zum einen liegt dies an der Ausbreitungsgeometrie. Die von einer Schallquelle ausgehende Schallenergie wird auf einen immer größeren Raum verteilt, da sie sich in alle Richtungen ausbreitet. Die lokale Schallenergie  nimmt daher mit zunehmender Entfernung von der Quelle ab. Handelt es sich um eine Punktquelle (z.B. Einzelfahrzeug), von der sich die Schallwellen kugelförmig ausbreiten, so reduziert sich der Schallpegel um 6 dB je Verdoppelung des Abstands zur Quelle. Bei einer Linienquelle (z.B. dicht befahrene Straße), von der sich die Schallwellen zylinderförmig ausbreiten, nimmt der Schallpegel lediglich um 3 dB je Abstandsverdoppelung ab.


 
Punktquelle Linienquelle

 

Ein weiterer Effekt, der zu einer zusätzlichen Abschwächung der Schalldruckamplitude führt, ist die Luftdämpfung bzw. die atmosphärische Absorption.

Infolge von Reibung zwischen den Luftmolekülen und weiteren Moleküleigenschaften geht den Schallwellen zusätzliche Energie verloren. Dieser Verlust hängt von der Lufttemperatur und der Luftfeuchte ab. Betroffen sind hiervon vor allem die hochfrequenten Töne, die besonders stark gedämpft werden. In größerer Entfernung eines 'open air'-Konzerts hört man deswegen vor allem nur noch die Bässe.

Luftdämpfung bei 20 °C und 70 % relative Luftfeuchte 
(nach ISO 9613-2)
125 Hz 0,3 dB/km
250 Hz 1,1 dB/km
500 Hz 2,8 dB/km
1000 Hz 5,0 dB/km
2000 Hz 9,0 dB/km
8000 Hz 76,6 dB/km