Reflexion von Schallwellen
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Treffen Schallwellen, die sich durch die Luft ausbreiten, auf die Oberfläche eines Hindernisses (z.B. Erdboden, Gebäude, Schallschutzschirm), so werden sie dort reflektiert. Grundsätzlich gilt die Regel, dass der Ausfallwinkel eines Schallstrahls gleich dem Einfallwinkel ist. Die direkt an einem Ort einfallenden Schallwellen überlagern sich mit den reflektierten Schallwellen, wobei es im Falle einer kohärenten Schallquelle  je nach Laufwegunterschied und Frequenz bzw. Wellenlänge zu einer Verstärkung (konstruktive Interferenz) oder Abschwächung (destruktive Interferenz) der Schallamplitude kommt. 

Entscheidend für das Maß der Reflexion sind die Materialeigenschaften des Hindernisses (Dichte, Porosität etc.), die durch die Impedanz (Wellenwiderstand) beschrieben werden. Nahezu vollständig wird Schall an Beton oder Wasserflächen reflektiert (schallhartes Material), während an der Oberfläche von lockeren Böden oder Schnee nur wenig Schall reflektiert wird (schallweiches Material). 


 
Überlagerung von direktem und reflektiertem Schall
Treffen die Schallwellen in einem sehr flachen Winkel (streifender Schalleinfall) auf einen schallweichen Boden (z.B. Gras), so dringen sie teilweise in den Boden ein und gelangen phasenverschoben wieder an die Luft. Bei der Überlagerung mit dem direkten Schall führt dies trotz nahzu gleichem Laufweg zu einer Amplitudenschwächung (Bodendämpfungseffekt). Aus diesem Grund hört man in den oberen Stockwerken eines Hauses die Geräusche einer Straße wesentlich lauter als in den unteren Etagen. Liegt zwischen der Schallquelle und dem Empfänger ein schallharter Boden (Beton, Pflastersteine) so ist keine Bodendämpfung zu erwarten.
Hohe Bodendämpfung bei flachem Schalleinfall
Über konkaven Geländeoberflächen (Talsohle, Mulde) kann es zu Mehrfachreflexionen und entsprechender Schallverstärkung kommen, da die Bodendämpfung durch eine Energiebündelung (Fokussierung) kompensiert werden kann. Ein ähnlicher Effekt stellt sich bei Abwärtsbrechung über ebenem Boden ein.
Mehrfachreflexion bei Abwärtsbrechung (Mitwindausbreitung)