Hängt der Lärm vom Wetter ab ?
 
Anwohner in der Umgebung von Autobahnen, Ortsumgehungsstraßen oder Bahnlinien berichten häufig, dass sie zu bestimmten Tageszeiten oder bei bestimmten Windrichtungen den Verkehr wesentlich lauter hören als sonst. Stimmt dieser Eindruck? Hängt der Lärm wirklich vom Wetter ab?

Natürlich ist der Lärm einer Straße oder eines Schienenweges zunächst die Folge des Verkehrs selbst, d.h. seiner Schallemission. Wenig Verkehr ist leiser als viel Verkehr, langsame Fahrzeuge sind leiser als schnelle, und bei gleicher Geschwindigkeit sind LKW meist lauter als PKW und Güterzüge oft lauter als Personenzüge.  Der Verkehr hängt wiederum häufig von der Tageszeit ab. So findet der Berufsverkehr am Morgen und Abend statt und Güterzüge sind hauptsächlich während der Nacht unterwegs. Hieraus ergeben sich natürlich unterschiedlich hohe Lärmbelastungen in der Umgebung.
 
 

 


Copyright: Bernhard Mühr (www.wolkenatlas.de)
Aber dennoch entsteht der Eindruck, dass der Lärm auch vom Wetter abhängt und dies nicht zu unrecht. Auf seinem Weg von der Lärmquelle, also den fahrenden Fahrzeugen, bis in die Wohngebiete breitet sich der Schall durch die Atmosphäre aus und deren Eigenschaften (Temperatur, Feuchte, Wind) sind bekanntlich vom jeweiligen Wetter abhängig. Die Schallwellen, mit denen der Verkehrslärm transportiert wird, werden direkt oder indirekt von der Atmosphäre beeinflusst, und zwar in Abhängigkeit vom aktuellen Zustand der Atmosphäre. Fünf physikalische Prozesse spielen dabei eine wichtige Rolle: Alle diese Prozesse hängen direkt oder indirekt vom Wetter ab und entscheiden über viel Lärm oder wenig Lärm.

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Dr. Dietrich Heimann 
DLR Institut für Physik der Atmosphäre 
Oberpfaffenhofen
D-82234 Weßling
Oktober 2002